Archiv für die Kategorie 'Zucht-tauglich???'

Feb 16 2012

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Warum es (noch immer) wichtig ist

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unsere Vierbeiner auf HD zu röntgen.

Fragt man die InteressentInnen für einen Welpen, warum sie sich für einen Hovawart (von uns) interessieren, ist ein Argument so gut wie immer dabei: weil die Rasse so gesund ist, vor allem hätten die Hovawarte keine Probleme mit HD.

Das ist richtig, und zwar deshalb, weil inzwischen etliche ZüchterInnengenerationen daran gearbeitet haben und weil nicht nur die Zuchttiere, sondern auch die Geschwister geröngt wurden und das zeitnah, will heißen in den Monaten nach dem 1. Geburtstag. Inzwischen KÖNNTEN wir (vom RZV) uns “beruhigt” zurücklehnen – das wäre aber wohl die falsche Strategie. Daher also weiterhin der Appell, die Würfe komplett zu röntgen, damit nicht eines Tages böse aufgewacht werden muss.

Was ist HD? Dazu hält Wikipedia einen interessanten Artikel bereit mit einigen Röntgenaufnahmen zum Verständnis: klick hier

Zum besseren Verständnis, wie Vererbung stattfindet, habe ich bei  Züchtern für Tibetterrier, Carsten und Ulrike Bauk, einen leicht verständlichen Artikel gefunden: klick hier

Auch werden auf dieser Seite einige Grundbegriffe der Genetik, der Hundezucht, zur Welpenauswahl usw. erläutert und dargestellt. Es lohnt sich, dort vorbei zu schauen und zu lesen (wenn zu dicken Fachwälzern Zeit und Lust fehlen mag).

Die Ernährung ist für die Gesundheit wichtig, Ratgeber dazu gibts inzwischen in unüberschaubarer Menge auf dem Markt, hier ein Link “Futtermedicus”, empfohlen von unserem Verein: klick hier

Ein Kommentar

Jan 12 2011

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Eine Jugendbeurteilung oder Zuchttauglichkeitsprüfung steht an…

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Bevor ich noch ein paar grundsätzliche Überlegungen anstelle, hier erst einmal die genaueren Anforderungen an die äußere Erscheinung. Beim unten angehängten Berwertungsboden handelt es sich um ein Original. Der hier vorgestellte Rüde war bei der ZTP 2 ½ Jahre alt. Dies ist insofern von Bedeutung, da unsere Rüden bis ca. 3 Jahren in der Erscheinung zulegen, also ausreifen.  Nachsatz (auch die Hündinnen sind dann in der Regel noch nicht ganz “fertig”). Die Wesensreife ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

Die Statur wird inzwischen nicht nur nach Augenschein ermittelt. Hier ist der Wert des Röhrenbein-Umfangs in Verbindung mit der Größe maßgebend. Je höher der Umfang im Verhältnis zur Größe, desto kräftiger der Hund. Also auch ein eher kleinerer Hund kann kräftig sein. Der kräftige Typ wird generell bevorzugt. Besonderen Augenmerk legt bitte auf das Gangwerk allgemein, speziellauf den Winkelungen. Die Tendenz zu steil-gewinkelten Vor- und Hinterhänden ist –leider- vorhanden. 

Angefangen wird mit der Erscheinungsbild-Beurteilung. Dabei soll sich der Hund anfassen lassen, die Zähne werden angeschaut, der Hund wird mit dem Meterband und dem Körmaß vermessen. Hunde, die das nicht ertragen können und mit Agression reagieren, werden schon hier ausgeschlossen. Hunde, die diesen Anfangsstress nicht verarbeiten können, werden es im Verlauf der Beurteilung nicht leichter haben. Ich habe aber auch schon beobachtet, dass Hunde, die sich hier beeindruckt zeigten, im weiteren Verlauf gelassen blieben. 

Das Verhalten des Hundes wird auf dem 2. Bogen weiter unten festgehalten.

Die Beurteilung im Stand findet in der Regel am Vereinsheim, die Gangwerksbeurteilung dann auf dem Platz statt.

Der Sinn dahinter ist, dass allmählich Streß aufgebaut wird. Dieser hat  beim Hund unterschiedliche Auswirkungen.

Für den Hundehalter ist von Bedeutung, dass er an diesem weitestgehend standardisierten Verfahren erkennt, wo sein Hund steht. Der Alltag stellt fortwährende Anforderungen an uns und den Hund; es ist nicht selbstverständlich, dass unsere Hovis diesen meistern wie sie es meistens können

Noch auf dem Platz wird der Beutetrieb überprüft. Der / die HundefüherIn (HF) spielt mit dem Hund. Das sollte hier schon munter abgehen. Je intensiver das gezeigt wird, desto besser! Hunde, die Stress haben, spielen nicht! Siehe oben. Wie „heiß“ ein Hund wirklich auf sein Spielzeug ist, kann man sehen, wenn das Spielzeug in einen Haufen aus Plastikflaschen geworfen wird.  Na ja, siehe oben setzt sich fort. 

Das Verhalten des Hundes wird auf dem 2. Bogen weiter unten festgehalten.

 

Der Sinn dahinter ist, dass allmählich Streß aufgebaut wird. Dieser hat  beim Hund unterschiedliche Auswirkungen.

Für den Hundehalter ist von Bedeutung, dass er an diesem weitestgehend standardisierten Verfahren erkennt, wo sein Hund steht. Der Alltag stellt fortwährende Anforderungen an uns und den Hund; es ist nicht selbstverständlich, dass unsere Hovis diesen meistern wie sie es meistens können

Bitte auf Link klicken um den Beurteilungsbogen anzuschauen:    Zucht

  Noch auf dem Platz wird der Beutetrieb überprüft. Der / die HundefüherIn (HF) spielt mit dem Hund. Das sollte hier schon munter abgehen. Je intensiver das gezeigt wird, desto besser! Hunde, die Stress haben, spielen nicht! Siehe oben. Wie „heiß“ ein Hund wirklich auf sein Spielzeug ist, kann man sehen, wenn das Spielzeug in einen Haufen aus Plastikflaschen geworfen wird.  Na ja, siehe oben setzt sich fort. 

Danach kommt der Körhelfer ins Spiel. Mit einer Beißwurst wird zwischen Helfer und HF hin- und hergeworfen. Dann wird der Hund vom HF festgehalten und der Hund soll hinterher, in die Beißwurst einbeißen und sie tragen. Logisch, je flotter und nachdrücklicher, desto besser. Das „s.o.“ brauche ich wohl nicht mehr zu wiederholen.

Nun geht’s an einer 10m Leine, die an 2 m gehalten wird, vom Platz weg auf den sogenannten Parcours in Begleitung der / des Körmeisterin / Körmeisters. 

Ich sollte noch sagen, dass die Leine auf Kommando losgelassen werden muss.

5: Der HF begibt sich in eine „Menschgruppe“, der Hund wird vom KörmeisterIn festgehalten. Der HF ruft seinen Hund; dieser hat möglichst schnurstracks seinen HF einzuholen und sich in die Menschengruppe zu drängeln. Die Menschengruppe wendet sich auf Kommando dem Hund zu. Der Sinn der Übung ist wohl jedem klar??? Ansonsten, „s.o.“ und sorry, kommt nicht wieder…

6. Hier wird am Wegesrand eine Kette auf ein Blech runtergerasselt. Der Hund sollte Kontakt aufnehmen. Erschrecken darf sich der Hund schon, besser wäre natürlich, nicht.

7. Schußfestigkeit, selbsterklärend. Übrigens eines der Wesensmerkmale, die damit erfolgreich „behandelt“ wurde. Woraus erhellt, warum eine Überprüfung und die Art der Überprüfung großen Selektionseinfluß hat.

8. diese Station ist der berühmte Pilzesammler. Umhang, Schlapphut und Blechdosenkorb machen ihn unserem Wauwi im Schlechtfall äußerst bedrohlich, weshalb bestimmte Agressionsformen zum Ausschluß führen. Gebellt darf werden, beim herzlichen Händeschütteln darf der Fiffi sich auch lebhaft freuen…

9. den Schlitten finden die Hunde oft am seltsamsten. Spätestens hier kann man auch unfaires Üben sehen. Es ist nämlich unnormal, wenn Hovilein direkt am Gesicht rumriecht, um die Leckers zu finden. Der Schlitten hat eine Sperrholzfigur aufsitzen, rotgewandet angemalt, schräge starre Augen und Glöckchen an den Ohren, wird er ruckend auf den Hund zugezogen. An dieser Station kann man auch meist alle bekannten „Übersprunghandlungen“ begutachten.

10. die Puppe war mal ein ausgestopfter Arbeitsanzug mit Kopf. Nun ist es nur noch der Anzug, der aber unten befestigt ist. Er wird ruckartig hochgezogen. Ich erinnere noch mal dran, man darf sich schon erschrecken. Man muss nur anschließend Kontakt aufnehmen.

11 und 12 trifft die ZTPler. Ein Helfer nähert sich dem HF mit Hund vom Ende des Platzes her ruckartig. Das ist dann ebenfalls eine Belastung, die der Hund durch im wahrsten Sinne standhaftes Verhalten aushalten muss; er sollte bellen.

Dieser Kandidat hat es bis auf 2 Meter ausgehalten und wurde daher – da alle weiteren Voraussetzungen gegeben waren, zur Körung zugelassen. Da der Hund sehr jung war… hat er diese leider nicht geschafft. Aber immerhin!

Danach sollte der wieder ausgelassen spielen können.

Ich sollte hier noch anfügen, dass die ZTP demnächst geändert wird. Man möchte noch mehr Kreativität bei den Hunden sehen. Die Anforderungen diesbezüglich werden schon mehr sein. Diese ZTP hat ungefähr knapp 20 Jahre gehalten. Möglicherweise ist es tatsächlich an der Zeit, dass sich die Hovis weiterentwickeln.

Genaueres entnehmt bitte den Veröffentlichungen durch den RZV.

Sodele.

Und dann noch ein paar Gedanken zum Warum.

In unserer Rasse wird nicht nur Wert auf die hübsche Hülle, sondern auch auf den Inhalt gelegt. Davon profitieren seit Hundegenerationen ihre Besitzer. Jeder möchte einen unkomplizierten Hund, mit dem alles möglich unternommen werden kann. Das fällt aber nicht vom Himmel. Wir Hovawartbesitzer haben einen Hund aus der Gebrauchshundeklasse. Die nicht dazu gehören, werden ganz häufig nur auf das Exterieur angeguckt. Und ein Gebrauchshund sollte zu gebrauchen sein. Wird das nicht abgefordert, gehen die vielen guten Eigenschaften schnell verloren. Deswegen das fortwährende Credo zu Hundesport/Gebrauchshundsport. Zu den Gebrauchshundeigenschaften gehört auch, dass sich ein Hund vernünftig bewegen kann. Es ist eigentlich existenziell. Ich erinnere mal an die Auswüchse zur Rücklinie beim Dt. Schäferhund, die verhindern, dass Hochzuchthunde vernünftig springen und rennen können. Traurig, oder?!

Beachten wir das alles nicht, haben wir auf Dauer nur noch  - vielleicht – einen Hund im hübschen Gewand…

Also – stellen wir uns der Beurteilung. Me too.

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Jan 12 2011

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Warum ein Hovi?

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Wenn bei uns die Geburt von Welpen bevorsteht und uns die 1. Anrufe der Interessenten erreichen, dann kommt auch irgendwann im Gespräch das Thema, warum es ein Hovawart sein soll.

Da werden zahlreiche Gründe genannt: man hat von der guten Gesundheit der Rasse gehört, kinderlieb sollen sie sein, ohne Jagdinstinkt, man möchte einen Familienhund. Wie weit diesen Erwartungen entsprochen werden kann, soll hier nicht besprochen werden.

Anders als beim Deutschen oder Belgischem  Schäferhund wird dagegen seltener nach der Eignung zum Sport- oder Gebrauchshund gefragt – es sei denn, es handelt sich schon um jemanden mit entsprechenden Erfahrungen. Aus Sicht eines Züchters ist das durchaus schade. Denn viele gute Eigenschaften resultieren gerade aus dem Bemühen vieler ZüchterInnen, “gebrauchsfähige” Eigenschaften der Hovawarte zu erhalten.

Zugegeben: was ein “Gebrauchshund” so genau ist, kann man als Neuinteressent nicht unbedingt wissen. Daher möchte ich auf einen sehr interessanten Artikl verweisen und ausdrücklich zur Lektüre empfehlen:

Ich habe das Vergnügen, bei zweien der AutorInnen aktuell üben zu können, nämlich Reinhard Wißmann und seiner Frau Johanna Murawski-Wißmann. Seid bedankt.

 

 

 Ausbildung, Der Schutzhund
 
 

 

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